Wärmepumpe auf Sommerbetrieb umstellen: Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr stellt sich für viele Hausbesitzer die Frage, ob und wann die Wärmepumpe umgestellt werden muss. Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab, die wir in diesem Artikel genau erklären.
Grundsätzlich sollte eine Wärmepumpe ab Anfang Mai in den Sommerbetrieb umgestellt werden, sobald die Außentemperatur dauerhaft über 15 Grad Celsius liegt. Im Sommerbetrieb wird die Heizfunktion deaktiviert, während die Warmwasserbereitung aktiv bleibt und Energie gespart wird.
In diesem Artikel erfahren Sie, wann genau der richtige Zeitpunkt zur Umstellung ist, wie der Sommerbetrieb funktioniert und was Sie dabei unbedingt beachten sollten. Außerdem klären wir, ob Sie die Wärmepumpe im Sommer komplett abschalten können und wie Sie die Kühlfunktion sinnvoll nutzen.
Wärmepumpe auf Sommerbetrieb umstellen: Was Sie wissen müssen
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Ab Anfang Mai umstellen, wenn die Außentemperatur dauerhaft über 15 Grad liegt
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Heizfunktion deaktivieren, Warmwasser bleibt aktiv
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Wärmepumpe nie komplett abschalten
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Thermostatventile aufgedreht lassen
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Sommerwartung durch Fachbetrieb empfohlen
Viele Hausbesitzer sind unsicher, ob ihre Wärmepumpe im Frühjahr umgestellt werden muss oder einfach weiterlaufen kann. Diese Unsicherheit ist verständlich, denn der Unterschied zwischen Sommer- und Winterbetrieb ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.
Wer die Wärmepumpe falsch einstellt oder im Sommer einfach weiterlaufen lässt wie im Winter, verschenkt bares Geld. Der Sommerbetrieb ist nicht nur eine Komfortfunktion, sondern ein wichtiger Baustein für eine lange Lebensdauer der Anlage und niedrige Betriebskosten.
In den nächsten Kapiteln erfahren Sie, wann genau der richtige Zeitpunkt zur Umstellung ist, wie der Sommerbetrieb konkret funktioniert und welche Fehler Sie dabei unbedingt vermeiden sollten.
Was ist der Sommerbetrieb einer Wärmepumpe?

Im Winter läuft die Wärmepumpe für folgende Aufgaben:
- Heizkörper und Fußbodenheizung mit Wärme versorgen
- Warmwasser bereiten
- Verdichter und Umwälzpumpe laufen auf Hochtouren
Im Sommer reduziert sich der Betrieb deutlich:
- Heizfunktion wird deaktiviert
- Warmwasserbereitung bleibt aktiv
- Verdichter und Umwälzpumpe laufen deutlich weniger
- Optional: Kühlfunktion kann genutzt werden
Wichtig: Sommerbetrieb ist nicht dasselbe wie Abschalten. Die Wärmepumpe bleibt aktiv, läuft aber in einem stark reduzierten Modus. Sicherheitsfunktionen wie der Legionellenschutz bleiben dabei automatisch erhalten (die Anlage erhitzt dabei das Trinkwasser regelmäßig auf über 60 Grad, um gesundheitsschädliche Legionellen-Bakterien im Leitungswasser abzutöten - Mehr Infos dazu finden Sie z.B. bei Bosch).
Moderne Wärmepumpen bieten im Sommerbetrieb zudem oft eine Kühlfunktion. Dabei wird das Prinzip der Wärmepumpe umgekehrt: Wärme wird aus dem Innenraum abgeführt und nach außen transportiert, was die Raumtemperatur angenehm senkt.
Wenn Sie gerade eine Wärmepumpe planen und sich noch Fragen zum richtigen Aufstellort stellen, empfehlen wir Ihnen auch unsere Artikel Wärmepumpe nicht vor Fenster: Gründe und Alternativen und Warum Wärmepumpen vor dem Haus stehen – ein Überblick.
Gerne vermitteln wir Ihnen auch den passenden Fachbetrieb für die Planung und Installation Ihrer Wärmepumpe.
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Wann sollte die Wärmepumpe auf Sommerbetrieb umgestellt werden?
Die Faustregel ist einfach: Ab Anfang Mai ist der richtige Zeitpunkt, um die Wärmepumpe auf Sommerbetrieb umzustellen. Entscheidend ist dabei nicht das Datum, sondern die Außentemperatur.

Die sogenannte Heizgrenztemperatur gibt an, ab wann die Heizung nicht mehr gebraucht wird:
- Moderne Neubauten und gut gedämmte Häuser: ab dauerhaft 12 bis 14 Grad Außentemperatur
- Standardhäuser: ab dauerhaft 15 Grad Außentemperatur
- Schlecht gedämmte Altbauten: erst ab dauerhaft 17 Grad Außentemperatur
Wichtig: Entscheidend ist das Wort dauerhaft. Ein warmer Tag reicht nicht aus. Erst wenn die Temperaturen über mehrere Tage stabil über dem jeweiligen Grenzwert liegen, macht die Umstellung Sinn.
Viele moderne Wärmepumpen erkennen die Heizgrenztemperatur automatisch und schalten selbstständig in den Sommerbetrieb. Bei einigen Modellen und älteren Geräten muss die Umstellung jedoch manuell im Menü vorgenommen werden. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung oder ein kurzer Anruf beim Fachbetrieb.
Was ist beim Sommerbetrieb zu beachten?
Auch wenn die Wärmepumpe im Sommer deutlich weniger arbeitet, gibt es einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten:
Wärmepumpe nicht komplett abschalten
- Warmwasserbereitung, Legionellenschutz und Kühlfunktion fallen sonst komplett weg
- Längere Stillstandzeiten können die Technik belasten
Thermostatventile aufgedreht lassen
- Geschlossene Ventile können sich festsetzen
- Im Herbst beim Wiederanfahren der Heizung kann das zu Problemen führen
Umwälzpumpe gelegentlich laufen lassen
- Falls manuell abgeschaltet, gelegentlich kurz einschalten damit sie keinen Schaden nimmt
- Moderne Anlagen regeln das automatisch
An kühlen Sommertagen kurz heizen
- Die Heizung springt automatisch an, wenn eine bestimmte Temperaturgrenze unterschritten wird
- Verhindert zu starkes Auskühlen und Feuchtigkeitsbildung in der Bausubstanz
Urlaubsmodus bei längerer Abwesenheit nutzen
- Nicht einfach alles abschalten, sondern den Urlaubsmodus aktivieren
- Warmwasserbereitung wird auf Minimum reduziert, Legionellenschutz bleibt aktiv

Sommerwartung der Wärmepumpe durch einen Fachbetrieb
- So startet die Anlage im Herbst wieder reibungslos
- Filter reinigen, Kältemittelkreislauf prüfen, alle Komponenten checken lassen
- Luft-Wasser-Wärmepumpen sollten alle zwei Jahre gewartet werden
- Kosten liegen bei 350 bis 450 Euro pro Wartung, also rund 200 Euro pro Jahr
- Die erste Wartung empfiehlt sich bereits nach dem ersten Betriebsjahr, um Einstellungen zu überprüfen und den Wartungsrhythmus zu starten
- Erdwärmepumpen sind störungsärmer und langlebiger, da sie weniger bewegliche Teile haben und seltener gewartet werden müssen
- Die gesetzliche Gewährleistung beträgt in der Regel fünf Jahre, empfohlen wird ein Wartungsrhythmus nach Jahr 1, 3 und 5
Wie stellt man die Wärmepumpe auf Sommerbetrieb um?
Die Umstellung hängt davon ab, ob Sie eine moderne oder ältere Anlage besitzen. Grundsätzlich gibt es zwei Wege:
Automatische Umstellung
- Viele moderne Wärmepumpen schalten automatisch in den Sommerbetrieb, sobald die Heizgrenztemperatur dauerhaft überschritten wird
- Es lohnt sich trotzdem, die Einstellungen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls manuell anzupassen
Manuelle Umstellung
- Am Steuergerät den Schalter auf das Symbol "Wasserhahn" stellen, das bedeutet: nur noch Warmwasserbereitung aktiv, Heizfunktion deaktiviert
- Bei modernen Anlagen erfolgt die Umstellung digital über einen Touchscreen oder eine App
- Den Menüpunkt "Sommerbetrieb", "Heizpause" oder "Urlaubsmodus" suchen und aktivieren
Wichtig: Die genaue Vorgehensweise ist abhängig von Hersteller und Modell Ihrer Anlage. Bei älteren Anlagen empfiehlt es sich, die Umstellung durch einen Fachbetrieb vornehmen zu lassen, um Schäden an der Anlage zu vermeiden. Die hier beschriebenen Schritte sind eine allgemeine Orientierung. Wie Sie Ihre Wärmepumpe konkret auf Sommerbetrieb umstellen, entnehmen Sie am besten der Bedienungsanleitung Ihres Geräts oder fragen Sie Ihren Fachbetrieb.
Gerne vermitteln wir Ihnen den passenden Fachbetrieb für die Wartung und Einstellung Ihrer Wärmepumpe.
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Wie viel Strom verbraucht die Wärmepumpe im Sommer?
Im Sommer sinkt der Stromverbrauch der Wärmepumpe deutlich, da die Heizfunktion wegfällt und die Anlage hauptsächlich nur noch Warmwasser bereitet.
Sommerbetrieb ohne Kühlung
- Typischer Tagesverbrauch liegt bei 3 bis 9 kWh
- Im Vergleich: Im Winter verbraucht die Anlage 10 bis 50 kWh täglich
- Die Wärmepumpe arbeitet im Sommer besonders effizient, da die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizsystem geringer ist

Sommerbetrieb mit aktiver Kühlung
- Aktive Kühlung erhöht den Verbrauch auf zusätzlich 0,3 bis 2 kWh täglich (je nach Größe des Hauses)
- Im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen bleibt der Verbrauch dennoch deutlich geringer
- Passive Kühlung ist noch sparsamer
Hinweis: Wer im Sommer kühlt, muss sich keine Sorgen um explodierende Stromkosten machen. Der Gesamtverbrauch bleibt selbst im Kühlbetrieb weit unter dem, was die Anlage im Winter zum Heizen benötigt. Gegenüber einer klassischen Klimaanlage spart die Wärmepumpe beim Kühlen zudem bis zu 50 Prozent Strom.
Tipp aus der Praxis:
- Verbraucht Ihre Wärmepumpe im Sommer mehr als 10 kWh täglich für die reine Warmwasserbereitung, ist das ein Zeichen für eine fehlerhafte Einstellung oder ein technisches Problem
- In diesem Fall empfiehlt sich eine Überprüfung durch einen Fachbetrieb
Tipp: Wärmepumpe und erneuerbare Energien kombinieren:
- Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, kann den Sommerbetrieb besonders günstig gestalten, da die Wärmepumpe genau dann Strom benötigt, wenn die Sonne am stärksten scheint
- Auch die Kombination mit Solarthermie ist grundsätzlich möglich, jedoch mit höheren Installationskosten verbunden
- Diese Kombination lohnt sich besonders bei noch relativ jungen Anlagen unter 10 bis 15 Jahren
- Bei älteren Anlagen zwischen 20 und 30 Jahren sollte die Wirtschaftlichkeit kritisch geprüft werden, bevor investiert wird
Fazit
Die Wärmepumpe auf Sommerbetrieb umzustellen ist keine Hexerei, aber auch kein Schritt den man einfach ignorieren sollte. Wer seine Anlage im Frühjahr richtig einstellt, spart Strom, schont die Technik und ist gleichzeitig für heiße Sommertage gewappnet.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Ab Anfang Mai umstellen, sobald die Außentemperatur dauerhaft über 15 Grad liegt
- Nie komplett abschalten, sondern gezielt in den Sommerbetrieb wechseln
- Warmwasserbereitung läuft im Sommerbetrieb weiter
- Thermostatventile aufgedreht lassen, Urlaubsmodus bei längerer Abwesenheit nutzen
- Den Sommer für die Jahreswartung durch einen Fachbetrieb nutzen
- Kühlfunktion der Wärmepumpe kann im Sommer als kostengünstige Alternative zur Klimaanlage genutzt werden
Bei Unsicherheiten rund um die Einstellungen Ihrer Anlage empfehlen wir Rücksprache mit einem Fachbetrieb zu halten. Gerne vermitteln wir Ihnen den besten Ansprechpartner in Ihrer Nähe.
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Häufig gestellte Fragen zur Wärmepumpe im Sommerbetrieb
Wann sollte Wärmepumpe auf Sommerbetrieb umgestellt werden?
Allgemein gilt Anfang Mai als geeigneter Zeitpunkt die Wärmepumpe auf Sommerbetrieb umzustellen, sobald die Außentemperatur dauerhaft über 15 Grad Celsius liegt. Bei gut gedämmten Neubauten kann die Umstellung bereits früher erfolgen, bei Altbauten erst ab dauerhaft 17 Grad.
Kann man die Wärmepumpe im Sommer abschalten?
Grundsätzlich ist ein komplettes Abschalten der Wärmepumpe im Sommer nicht empfehlenswert. Im Sommerbetrieb übernimmt die Anlage weiterhin die Warmwasserbereitung und den Legionellenschutz. Längere Stillstandzeiten belasten zudem die Technik und verkürzen die Lebensdauer der Anlage.
Wie oft läuft die Wärmepumpe im Sommer?
Im Sommerbetrieb arbeitet die Wärmepumpe weniger intensiv als im Winter. Die genaue Laufzeit hängt vom Warmwasserbedarf, der Haushaltsgröße und ob eine Kühlfunktion genutzt wird ab. Allgemein ist der Stromverbrauch der Wärmepumpe im Sommer deutlich geringer als in der Heizperiode.
Wie viel Strom verbraucht die Wärmepumpe im Sommer?
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Sommerbetrieb hängt grundsätzlich von Hausgröße und Nutzung der Kühlfunktion ab. Da die Heizfunktion wegfällt und die Anlage hauptsächlich Warmwasser bereitet, liegt der Verbrauch im Allgemeinen deutlich unter dem der Heizperiode.
Kann man mit der Wärmepumpe im Sommer kühlen?
Viele moderne Wärmepumpen verfügen über eine integrierte Kühlfunktion für den Sommer. Das Funktionsprinzip der Anlage wird umgekehrt: Statt Wärme ins Haus zu bringen, wird sie aus den Innenräumen nach außen transportiert. Ob die eigene Anlage kühlen kann, hängt vom jeweiligen Modell ab.
