Läuft Ihre Wärmepumpe mal stundenlang durch und ist an einem anderen Tag kaum zu hören? Das hat System, denn eine Wärmepumpe schaltet nicht willkürlich, sondern nach klar festgelegten Schaltpunkten.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- 🌡️ Die Heizkurve regelt automatisch die Vorlauftemperatur je nach Außentemperatur
- 🛑 Ab der Heizgrenztemperatur, meist zwischen 15 und 17 Grad, schaltet die Heizung komplett ab
- 🔁 Die Hysterese sorgt für einen Abstand zwischen Ein und Ausschaltpunkt und verhindert Takten
- ⚙️ Richtige Dimensionierung und hydraulischer Abgleich beugen häufigem Takten im Betrieb vor
- ⚡ Bei Hybridheizungen entscheidet der Bivalenzpunkt, wann eine Zusatzheizung übernimmt
Grundsätzlich richtet sich das Schaltverhalten einer Wärmepumpe nach drei Größen: der Heizkurve, der Heizgrenztemperatur und der Hysterese. Gemeinsam bestimmen sie, wann geheizt wird, wann die Anlage pausiert und ab welcher Außentemperatur eine Zusatzheizung einspringt und effizient bleibt.
Wie diese Schaltpunkte im Detail funktionieren und worauf Sie im Alltag achten sollten, lesen Sie in diesem Artikel.
Schaltpunkte: Diese Größen entscheiden über Ein und Aus
Damit Sie das Zusammenspiel der einzelnen Werte im Alltag besser einordnen können, gehen wir im Folgenden jeden Schaltpunkt einzeln durch.

🌡️ Die Heizkurve als zentraler Taktgeber
Die Heizkurve ist das Herzstück der Wärmepumpensteuerung. Sie ordnet jeder Außentemperatur automatisch eine passende Vorlauftemperatur zu, gesteuert über einen Außentemperaturfühler.
Zwei Werte bestimmen den Verlauf:
- Fußpunkt: legt die Vorlauftemperatur bei einer bestimmten Außentemperatur fest, abhängig vom Dämmstandard des Gebäudes
- Steilheit (Neigung): bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur ansteigt
Bei einer Fußbodenheizung reicht meist eine flache Kurve, da niedrige Vorlauftemperaturen ausreichen. Bei klassischen Heizkörpern muss die Kurve deutlich steiler eingestellt werden, damit auch an kalten Tagen genug Wärme ankommt.
🛑 Heizgrenztemperatur: Wann die Wärmepumpe komplett abschaltet
Oberhalb einer bestimmten Außentemperatur benötigt ein Gebäude keine zusätzliche Heizwärme mehr. Nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe liegt diese sogenannte Heizgrenze in Deutschland typischerweise bei rund 15 Grad. Wird sie überschritten, stoppt der Heizbetrieb automatisch, unterhalb wird die Vorlauftemperatur wieder nach Heizkurve geregelt.
Der Sommer ist da und Sie fragen sich, ob Sie die Einstellungen der Wärmepumpe ändenr müssen? In folgedem Artikel erfahren Sie mehr zu diesem Thema: Wann Wärmepumpe auf Sommerbetrieb umstellen?
🔁 Hysterese: Der Puffer zwischen Ein und Ausschaltpunkt
Ohne einen bewussten Abstand zwischen Ein- und Ausschaltpunkt würde eine Heizung bei jeder kleinen Temperaturschwankung schalten. Genau dafür gibt es die Hysterese, auch Schaltdifferenz genannt.
| Schaltart | Beispiel bei Sollwert 50 Grad | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Symmetrisch | Ein bei 45 Grad, Aus bei 55 Grad | Standard bei Wärmepumpen |
| Asymmetrisch | Sollwert als Ausschaltpunkt, Einschalten erst bei 40 Grad | Häufig bei Brennwertkesseln |
Bei Wärmepumpen wird die Hysterese in der Regel symmetrisch um den Sollwert verteilt, damit die Betriebstemperatur möglichst nah am effizienten Mittelwert bleibt.
⚙️ Takten vermeiden: Ursachen und Lösungen
Von Takten spricht man, wenn der Verdichter in sehr kurzen Abständen immer wieder ein und ausschaltet, oft in weniger als fünfzehn Minuten. Das belastet die Anlage und erhöht den Stromverbrauch. Besonders häufig tritt es in der Übergangszeit oder bei einer zu groß dimensionierten Wärmepumpe auf.
So lässt sich Takten vorbeugen:
-
Wärmepumpe passend zur Heizlast dimensioniert (Heizlastberechnung statt Faustwert)
-
Ausreichend großer Pufferspeicher vorhanden
-
Hydraulischer Abgleich durchgeführt
-
Heizkurve nicht zu steil eingestellt
-
Keine Nachtabsenkung, da das morgendliche Wiederaufheizen mehr Energie kostet als das Durchlaufen
⚡ Bivalenzpunkt bei Hybridheizungen
Kombinieren Sie Ihre Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger, etwa einem Gasbrennwertkessel, spricht man von einer Hybridheizung.
Der Bivalenzpunkt kurz erklärt:
- Er beschreibt die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe die Heizlast nicht mehr allein decken kann
- Unterhalb dieses Werts schaltet der zweite Wärmeerzeuger zu
- Typische Werte liegen zwischen minus 2 und minus 8 Grad
Das schreibt das Gebäudeenergiegesetz vor:
- Die Wärmepumpe muss bei einer Hybridheizung vorrangig laufen
- Je nach Betriebsweise muss ihre thermische Leistung einen Mindestanteil der gesamten Heizlast abdecken
- Ab 4,2 Kilowatt elektrischer Leistungsaufnahme greift zusätzlich die netzorientierte Steuerung nach Paragraph 14a EnWG
- Netzbetreiber dürfen die Anlage darüber bei drohender Netzüberlastung kurzzeitig drosseln
💡 Tipp: Wenn Sie unsicher sind, ob Heizkurve, Hysterese oder Bivalenzpunkt Ihrer Anlage optimal eingestellt sind, lohnt sich der Blick eines erfahrenen Fachbetriebs vor Ort. Über handwerksempfehlung.de vermitteln wir Sie an einen passenden Heizungsfachbetrieb in Ihrer Region, der die Einstellungen prüft und bei Bedarf nachjustiert.
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Schaltpunkte auf einen Blick

Ob Neubau oder sanierter Altbau, Sie fragen sich, ob Ihre Wärmepumpe effizient läuft? Verstehen Sie was die Jahresarbeitszahl (JAZ) darüber aussagt und lesen Sie jetzt unseren Artikel: Wärmepumpe JAZ Im Winter vs. Sommer - Vergleich.
| Schaltpunkt | Was passiert | Typischer Wert |
|---|---|---|
| Heizgrenztemperatur | Heizung schaltet komplett ab | 15 bis 17 Grad |
| Bivalenzpunkt | Zusatzheizung schaltet zu | minus 2 bis minus 8 Grad |
| Hysterese | Häufiges Kurzzeittakten wird verhindert | wenige Kelvin um den Sollwert |
Häufige Fragen zu Schaltpunkten bei Wärmepumpen
Wozu dient die Heizkurve einer Wärmepumpe?
Grundsätzlich regelt die Heizkurve automatisch die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Je kälter es draußen ist, desto höher steigt die Vorlauftemperatur, damit die gewünschte Raumtemperatur zuverlässig und energieeffizient erreicht wird, ohne Komfortverlust.
Wann schaltet eine Wärmepumpe automatisch komplett ab?
Im Allgemeinen schaltet eine Wärmepumpe automatisch ab, sobald die Außentemperatur die sogenannte Heizgrenze überschreitet, die meist zwischen 15 und 17 Grad liegt. Unterhalb dieses Werts übernimmt wieder die Heizkurve die Regelung der Vorlauftemperatur und passt sie automatisch an.
Was bedeutet Takten bei einer Wärmepumpe genau?
Grundsätzlich bezeichnet Takten bei der Wärmepumpe das häufige Ein- und Ausschalten des Verdichters in kurzen Abständen, meist unter fünfzehn Minuten. Es entsteht häufig durch eine zu groß dimensionierte Anlage und schadet auf Dauer sowohl die Effizienz als auch die Lebensdauer des Geräts.
Wie oft sollte eine Wärmepumpe täglich schalten?
Grundsätzlich gilt bei einer Wärmepumpe eine Laufzeit von mindestens einer Stunde pro Einschaltzyklus als guter Richtwert, bei maximal zehn bis zwölf Schaltzyklen am Tag. So arbeitet die Anlage effizient und die verbauten Bauteile werden spürbar geschont, was die Lebensdauer erhöht.
Wozu dient die Heizkurve einer Wärmepumpe?
Grundsätzlich regelt die Heizkurve bei einer Wärmepumpe automatisch die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Je kälter es draußen ist, desto höher steigt die Vorlauftemperatur, damit die gewünschte Raumtemperatur zuverlässig und energieeffizient erreicht wird.
Fazit: Schaltpunkte Wärmepumpe
Die Schaltpunkte einer Wärmepumpe folgen keinem Zufallsprinzip, sondern einem fein abgestimmten Zusammenspiel aus Heizkurve, Heizgrenztemperatur und Hysterese.
Wer zusätzlich eine Hybridheizung betreibt, sollte den Bivalenzpunkt kennen und die rechtlichen Vorgaben rund um Vorrangbetrieb und netzorientierte Steuerung beachten.

Richtig eingestellt, laufen Wärmepumpen ruhig, effizient und mit langer Lebensdauer, ganz ohne unnötiges Takten. Bei Unsicherheiten hilft ein Fachbetrieb vor Ort weiter, der die Einstellungen individuell auf Ihr Gebäude abstimmt.
Ihre Räume sind immer zu warm oder zu kalt? Um dieses Problem zu vermeiden haben wir einen Ratgeberartikel geschrieben, lesen Sie jetzt hier weiter dazu: Wärmepumpe Räume zu warm oder zu kalt? 7 Tipps.
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